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Das Kanu wird zum Klassenzimmer
Immer mehr Jugendherbergen bieten Erlebnispädagogik für Schulklassen an - Zeitschrift Daheim in Deutschland schaut hinter die Kulissen

Früher bestanden Schullandheimaufenthalte vor allem aus Wanderungen, Museumsbesuchen und Schlossführungen, die schon Wochen vorher vom Lehrer zuhause geplant wurden. Nun aber macht sich ein neuer Trend breit, wie die Zeitschrift Daheim in Deutschland in ihrer Dezember-Ausgabe berichtet. Immer mehr Jugendherbergen locken Schulklassen, aber auch Familien mit einem vielfältigen Programmangebot, aus dem die Klassen oder Gäste einzelne Bausteine auswählen können. "Die Mitarbeiter erhielten immer öfter Anfragen: Was können wir in Ihrer Gegend machen?", begründet Knut Dinter, Sprecher des Deutschen Jugendherbergsverbandes, den Kurswechsel. Viele Jugendherbergen sind keine reinen Übernachtungsstätten mehr, sondern Anbieter günstiger Pauschalreisen.

Dabei pflegen die Jugendherbergen die Philosophie des Miteinanders und des bewussten Umgangs mit der Umwelt. Ob bei der gemeinsamen Kanufahrt, dem kollektiven Floßbau, der Erkundungstour durch die Natur oder dem Baumklettern: Es zählt die Gemeinschaft, jeder muss mithelfen und kann sich zugleich auf den anderen verlassen. Abseits von Schultafel, Kreide und Beamer sollen Schüler auf diesem Weg die Idee einer erlebnispädagogischen Klassenfahrt erleben. "Hier laufen wichtige Erfahrungen unterschwellig ab, ganz ohne den erhobenen pädagogischen Zeigefinger", umschreibt Verbandssprecher Dinter die Idee.

Die Nachfrage für solche Programme wächst immer mehr. Viele Jugendherbergen haben darauf reagiert und zum Beispiel Hochseilgärten eingerichtet. Aber auch andere moderne Trends wie Halloweenfeiern oder Wellness-Auszeiten halten Einzug in die Jugendherbergen. "Wir haben gezielt Programme für Alleinerziehende, Wellness für Mütter und Töchter bis hin zum Kurs mit der Motorsäge", betont Dinter in Daheim in Deutschland.

Vor allem aber erfährt der Faktor Natur in Zeiten des Internets eine immer größere Bedeutung. Matthias Treu, Leiter eines Wildparks in Würzburg, berichtet in der neuen Ausgabe von Daheim in Deutschland, von einem wachsenden Interesse der Kinder in diesem Bereich. "Heute ist so vieles virtuell, man kommt an alle Infos ran, aber die Kinder wollen Natur erleben und anfassen." Treu erlebt es nicht selten, dass Schulklassen aus der Großstadt während ihres Schullandheimaufenthalts zu ihm kommen und die Schüler einräumen, noch nie im Wald gewesen zu sein. "Die wollen einfach die Sachen mal in die Hand nehmen, die sie sonst nur theoretisch kennen."





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